Gillich steht seit 1884 für Qualität und Zuverlässigkeit!

Treffen der Familie Nischelwitzer mit der Familie Gillich im März 2021
am Firmenstandort in der Puntigamerstrasse 98!

Alexander Nischelwitzer, Harald Gillich, Alois Gillich, Andreas Nischelwitzer, Oliver Gillich (v.l.n.r.) Bildcredits: Valentin Gillich
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Eduard Gillich, geb. 8.10.1821 in Klagenfurt, ist der erste Gürtlermeister in der Familie. Er heiratet Anna Gitschthaler, deren Vater einen Gürtlerbetrieb führt.

Ein Sohn ist Alois Gillich, geb. 24.09.1857, der Gründer der Firma Gillich. Alois steigt als Gürtlerlehrling in die Firma Gitschthaler ein. Die Firma Gitschthaler schließt im Jahre 1876 den Betrieb. Alois Gillich verlässt Klagenfurt und arbeitet in Wien, bevor er nach Graz siedelt. Metalldrucker und Bronzewarenerzeuger sind neben der Gürtlerei die Berufe, die er als Geselle ausübt. 

Die ersten professionellen galvanischen Arbeiten werden ab 1860 in der Schweiz durchgeführt. Alois Gillich war ein Pionier im Bereich Galvanik. Ab 1881 arbeitet er im ersten Betrieb (Fa. Wokurka), der in Graz eine Galvanikabteilung aufbaut und leitet diese ab 1884. Die Meisterprüfung für Gürtler berechtigt ihn, einen eigenen Betrieb zu gründen. 

In der Schönaugasse 12 ist die erste Betriebsstätte der Firma Alois Gillich – eine Gürtlerei mit einer Galvanikabteilung. Erst die vierte Betriebstätte, in der Grazbachgasse 50, ist ab 1917 der Stammsitz.

 Der Ehe mit Maria Sila entstammen drei Kinder, Alois, Elisabeth und Eduard. Alois absolviert im elterlichen Betrieb eine Gürtlerlehre, wechselt in die Kunstausbildung und arbeitet als akademischer Maler. Elisabeth heiratet Franz Hügel.

 
Gründer Alois Gillich
Großvater Alois Rudolf Gillich mit seinen Enkelkindern. Harald 5 Jahre, Helmut 2 Jahre und Alois 9 Jahre. (v.l.n.r.)
Maria und Eduard (mitte) Gillich mit den vier Söhnen Helmut, Harald, Alois (hinten v.l.n.r.) und Valentin (vorne)

Eduard Gillich – der Aufstieg

Das dritte Kind, Eduard, geb. 13.03.1887, beginnt die Gürtlerlehre im Jahre 1901. Seine künstlerische Begabung wird durch den Besuch der k. k. Staats-Gewerbeschule am Ortweinplatz gefördert. Mit Unterstützung der Kolpingfamilie (Gesellenverein) geht auf die Walz und weitet seine Praxiserfahrungen aus. 1905 arbeitet er in Laibach und Bozen, 1906 in München und Basel, 1907 bis 1912 in Paris und Wien. Im Jahre 1924 heiratet er Maria Steiner. Vier Söhne, Alois, Harald, Helmut und Valentin, stammen aus dieser Ehe.

1930 legt Eduard Gillich die Meisterprüfung für Gürtler ab. Eine Meisterprüfung für Galvaniseure gibt es noch nicht. Er übernimmt von seinem Vater 1932 den Betrieb und führt diesen gemeinsam mit seiner Frau Maria und vier Arbeitern. Ab 1939 übernimmt er für 25 Jahre die Funktion des Landesinnungsmeisters für Gürtler, Galvaniseure und Graveure. Nach Ende des 2. Weltkrieges beginnen Harald und Helmut die Lehre in beiden Gewerben, Gürtler und Galvaniseur. Eduard Gillich wird mit dem Titel Kommerzialrat ausgezeichnet und zum Bürger von Graz ernannt.

Alois, Harald und Helmut unterstützen die Eltern durch den Bau der Betriebstätte am Schönaugürtel 29. Alois, als Architekturstudent, plante alle Ausbauten und führte alle notwendigen Verwaltungsarbeiten durch.1960 ist der dreistufige Bau der Werkstätte abgeschlossen und auf 1.000 m² sind 18 Mitarbeiter tätig.

 

Die Brüder Harald und Helmut Gillich – 58 Mitarbeiter

Beide Brüder legen die Meisterprüfungen im Jahre 1961 ab und übernehmen von den Eltern im Jahre 1968 den Betrieb. Geschäft, Büro und Betrieb sind am Schönaugürtel angesiedelt. Eine Ausstellung bei der Antiquitätenmesse in St. Gallen (Schweiz) und die Ausweitung der Produktion auf den Bereich rostfreier Stahl erhöhen den Auftragsstand. 

Auch der Standort am Schönaugürtel wird zu klein und der Bau in Puntigam wird geplant. Auf Initiative von Harald wird die Einzelfirma 1976 in eine Ges.m.b.H. u. Co KG umgewandelt. 1977 wird das jetzige Betriebsgebäude in der Puntigamer Strasse 98 bezogen. Es stehen 4.000m² zur Verfügung. Diese Vergrößerung wird vor allem für die Vergrößerung der Galvanik genützt. Erstmals gibt es in Österreich Bäder mit einer Länge von über 6 Meter. Der größte Stolz ist die moderne Abwasser-Reinigungs-Anlage.

1991 beginnt Oliver, Neffe von Harald, die Lehre und Florian, Sohn von Helmut, folgt drei Jahre später. Florian und Oliver legen ihre Meisterprüfungen in beiden Gewerben ab und steigen in die Gesellschaft ein. Zu dieser Zeit erreichte die Firma mit 58 Mitarbeitern den höchsten Stand.
2012 sind die ersten Rückschläge zu spüren, bedingt durch den Wandel im Bereich Möbelbau und die Marktlage bei den Antiquitäten. Zwei Gesellschafter setzen sich durch, es kommt zu einer Reihe von überstürzten Entlassungen und einer starken Einschränkung der Produktion.

Florian und Oliver Gillich

Harald und Helmut scheiden 2016 als Gesellschafter aus. Die Belegschaft wird auf 15 Mitarbeiter reduziert. Die kaufmännischen Überlegungen gehen in Richtung Reduktion. Für eine Neuausrichtung der Geschäftstaktik wird keine Einigung gefunden.

Der Traditionsbetrieb Gürtlerei bzw. Metalldesign wird vollständig runtergefahren, die Maschinen und Werkzeuge verkauft. Versäumnisse im Marketing sorgen für einen Auftragsrückgang. In der Galvanik gibt es nur mehr sieben Beschäftigte. Es gibt keine Erben. Nach vier Generationen Familie Gillich muss der Betrieb verkauft werden.

Die Anker Holding GmbH kauft im Dezember 2020 die Firma Gillich und setzt Herrn Ing. Andreas Nischelwitzer als Geschäftsführer ein. Es werden sofort technische Verbesserungen durchgeführt, ehemalige Mitarbeiter wieder an Bord geholt und die Kundenbetreuung neu aufgestellt. Ab April 2021 sind wieder 15 Beschäftige in Betrieb und Verwaltung tätig.

Diese Chronik der Familie Gillich und das historische Bildmaterial wurde dankenswerter Weise durch die Brüder Valentin, Alois und Harald Gillich zur Verfügung gestellt. Der spezielle Dank gilt Valentin Gillich, der die Koordination, Recherche, Bildinformation und Verfassung des Textes übernahm.